Wieder mal nen Sieg verschenkt!
Vom Samstag noch ein wenig Mental gebeutelt, ging es auch schon zum nächsten Highlight für die Kinder der Küste. VERLieren Verboten hieß es am Mittwochabend , aber alles der Reihe nach…
Nachdem man am Samstag ein wenig traurig, genervt und irgendwie leer das Stadion verließ, war man sich schnell einig, dass diese Woche die der endgültigen Entscheidungen werden könnte. Mit der Schlappe gegen Köln im Rücken schalteten viele am Dienstagabend bereits den Fernseher ein, um zu gucken, was die anderen so treiben. Kurzgesagt, es lief wirklich nicht so gut für uns. Cottbus und Essen erledigten vermeintliche Pflichtaufgaben und zudem enttäuschten die Osnabrücker beim doch starken MSV Duisburg, sodass sich die Tabelle oben immer weiter zusammenschob – allerdings ohne uns.
Schnell wurde vielen bewusst, wenn man gegen Verl nicht gewinnen würde, würden die Träume sehr, sehr klein werden und die Aufstiegschance wäre wirklich nicht mehr allzu groß. Doch dem bekloppten Hansa-Fan interessiert das natürlich überhaupt nicht und so liefen wie immer die Vorbereitungen weit im Voraus und man wollte sich überraschen lassen, was denn passieren würde.
Richtung Ostwestfalen
Für meine Wenigkeit hieß es am Vormittag noch schnell und hart schuften, bevor es Richtung Verl ging. Gott sei Dank wurde alles rechtzeitig gemeistert und schon traf man sich auch schon auf dem Parkplatz, sattelte um ins gemeinsame Auto und so begann die nächste Auswärtstour!
Die Stimmung war gut, auch wenn die Euphorie sich ein wenig in Grenzen hielt. Man sammelte auf dem Weg noch schnell den letzten Verstrahlten ein und schon ging es wieder weiter. Soweit verging die Fahrt relativ ereignislos. Zum Glück gab es nur wenig Stau für uns und die Pausen wurden genutzt, um sich nochmal die Beine ein wenig zu vertreten.
Wir kamen noch vor Stadionöffnung in dem kleinen Örtchen bei Bielefeld an und die Parkplatzsuche war tatsächlich ganz gut geregelt und so traf man sich schließlich auf einem Platz in der Nähe des Stadions. Da ich das erste Mal dort war, war ich ein wenig irritiert: Es wirkte eher so, als würde man heute im Landespokal antreten bei dem kleinen Stadion. Aber naja, man soll ja nicht immer nach dem Äußeren gehen und so ließ ich mich ein weiteres Mal überraschen.
Und rein da!
Der Einlass lief für uns sehr flott und problemlos und schon konnte sich auf die Kulinarik gestürzt werden. Nachdem wir das Gericht des Tages, die Mantaplatte, erspäht haben, mussten wir uns diese natürlich selbst nochmal genauer zu Gemüte führen. Die Pommes hätten ein wenig salziger sein können, aber in Kombination mit der ganz ordentlichen Wurst und dem Curry wusste das Gesamtbild doch zu gefallen.

Frisch gestärkt ging es dann auch schon Richtung Tribüne, wo wir uns entscheiden mussten, ob wir jetzt in der dritten Reihe von oben oder doch lieber der zweiten Reihe von unten stehen wollen. Doch dann wurde uns klar, dass das beides das Gleiche war. So einen knuffigen, kleinen Block habe ich so noch nie erlebt! Definitiv einmalig. Auch wenn wir sehr früh da waren, füllte sich das Stadion doch recht flott und es dauerte nicht mehr lang, bis die Mannschaften rauskamen, um sich warm zu machen.

Anpfiff!
Kurz einmal Benno Dietze beim Warmmachen zugeschaut und schon ging es auch schon los. Wir hatten sehr früh die erste Chance durch Hummel, aber danach kam Verl meiner Meinung nach gut in den Tritt. Ordentlich anzusehen für den neutralen Fußballfan, für den Hansa-Fan schwere Kost. Man versuchte natürlich die Mannschaft anzupeitschen und brachte den Gegner mit dem einen oder anderen Kleffer ordentlich zum Grübeln, ob er jetzt gerade auf dem Fußballplatz steht oder sich doch im nächsten Fressnapf befindet.
Leider Gottes kam Verl dann durch Taz durch ein zugegebenermaßen wirklich schönes Tor zur Führung. Kurz danach war Halbzeit!
Wie ausgewechselt!
Ich habe ehrlich gesagt schon ein wenig aufgegeben gehabt, aber nun ja: Ich find’s doch ganz gut, wenn ich wie immer falsch liege. Die Mannschaft kam wie ausgewechselt aus der Kabine und relativ schnell konnte man den Treffer von Taz durch ein tolles Tor von Chris Kinsombi egalisieren. „Ruhig bleiben“ meinte ich da noch und habe versucht, entspannt zu bleiben und auf den Blutdruck zu achten. Doch als Emil Frost Holten kurz zeit später die Kugel dann ein weiteres Mal über die Linie drückte, brachen alle Dämme. Mit Bier zugeschüttet, samt einer Nase, die ein wenig mitgenommen wurde, nahm der Wahnsinn seinen Lauf. 2:1, geil!
Gewonnene Abwehrschlacht!
Nach der einen oder anderen Unterbrechung hieß es in den letzten Minuten dann Abwehrschlacht: Irgendwie verhindern, dazwischen werfen, grätschen, wo es nur geht (außer im Strafraum) und irgendwie die Kugel weghalten. Und dann hatte der Schiedsrichter endlich genug gesehen und pfiff nach 14-minütiger Abwehrschlacht ab. Alter geil!! Wir sind noch dabei! Und das mit einer ganz ordentlichen Ausgangslage! Ich bin ehrlich: Das war meiner Meinung nach durchgehend ein erstklassiger Support im Gästeblock, eines der geilsten Auswärtsspiele der letzten Monate!
Nachdem die Mannschaft dann noch ausgiebig gefeiert wurde, trat man den Weg zum Auto an, um sich endlich wieder aus dem Westen zu entfernen. Noch kurz getankt und schon konnte der Heimweg inklusive Auswärtssieg angetreten werden. Die Fahrt verlief bis Hamburg ganz gut, doch dann kostete ein Schwerlasttransport uns nochmal ordentlich Zeit. Schwerlasttransporte… Feinde der Bewegung!
Alle nach Schweinfurt!
Irgendwann kam man dann aber doch heile in der Hansastadt an und kurz nach drei Uhr lag ich dann auch im Bett. Geiler Tag! Jetzt gegen Ulm nachlegen und immer weiter machen. Dann wird das auch was.
Wir sehen und hoffentlich alle in Schweinfurt als nächstes. Holt euch Karten, unterstützt die Mannschaft und wenn wir alle an einem Strang ziehen, wird das auch wirklich was. Wenn wir die Mannschaft bedingungslos weiter supporten, wird die nächste Saison eine magische.
Hansa!
Euer Niklas


