Wir lieben Hansa!
Nachdem die Spatzen aus Ulm, inklusive der Ex-Rostocker wie Pavel Dotchev, Mirnes Pepic, Dennis Dressel und Jonathan Meier mit null Punkten zurück nach Hause geschickt wurden, stand nach einer weiteren Woche auf Arbeit auch schon die nächste Reise quer durch die Republik an. Dieses mal nicht mit Auto, sondern per Schiene. Gebucht und geplant wurde alles bereits fein säuberlich vor etlichen Wochen, sodass man sich gut auf den wilden Ritt vorbereiten und ganz entspannt noch genug Proviant einpacken konnte.
Am Samstag klingelte gegen 5 Uhr der Wecker und nachdem sich frisch gemacht wurde, ging es auch schon Richtung Bahnhof. Fix den passenden Parkplatz gesucht und schon wurde das richtige Gleis erspäht. Die Reisegruppe wurde fix ausfindig gemacht und man bereitete sich seelisch und moralisch schon mal auf die kommenden Stündchen vor. Am Nebentisch wurden für eine Runde Stadt Land Fluss Zettel und Stifte ausgepackt und die übrigen Leute beobachteten die Gelehrten dabei, wie ein Kopf mehr rauchte als der andere.
Zwischendurch wurde bereits gefrühstückt und über den Ausgang des heutigen Spiels diskutiert. Man war sich eigentlich einig, dass das Spiel heute ein Pflichtsieg sein muss, jedoch war uns schon bewusst, dass es nicht das erste Mal wäre, wenn ausgerechnet das schief geht…nun ja…

Weiter gen Süden
Relativ schnell erreichte man dann auch schon die Hauptstadt und nach kurzer Pause wurde auch schon der ICE Richtung Bamberg bestiegen. In diesem wurden sich auch sehr schnell Plätze gesichert und man konnte die restliche Zeit genießen und ein wenig die Landschaften begutachten. Mal mehr, mal weniger hübsch. Ist halt leider nicht überall so schön wie in Rostock. Aber ist ja nicht unser Problem. Irgendwann war es dann auch soweit und man erreichte Bamberg, von wo aus es noch ca. eine halbe Stunde Richtung Schweinfurt sein sollte.

Nachdem den Rauchern noch eine kurze Pause gewährt wurde, rollte der Zug auch schon wieder und es ging mit dem Bummelzug in Richtung Ziel. Die Fahrt verging auch recht ereignislos und so schaffte man es tatsächlich ohne allzu große Verspätung in Schweinfurt anzukommen. Dort angekommen, standen wir dann vor der Frage: Wohin mit dem Gepäck?
Der Freund und Helfer unseres Vertrauens wusste darauf tatsächlich keine Antwort, jedoch hatten wir bereits einen Plan B, da ein anderer Kollege mit Auto gefahren war und mit einem großen Kofferraum genügend Platz für die übrigen Utensilien der Sektion Schiene bot. Danke dafür nochmal! Vom Auto aus war es dann auch nur noch ein Katzensprung zum Gästeblock, wo, als wir ankamen, bereits die Vorbereitungen für die Verschönerung des Blockes, der Choreo usw. auf Hochtouren liefen. Da uns glücklicherweise ein Platz freigehalten wurde, hatten wir sogar eine gute Sicht aufs Spielfeld und nachdem sich noch schnell mit Getränken eingedeckt wurde, erfolgte auch schon der Anpfiff.

Kein guter Auftritt
Choreo und Rauch waren dann auch recht schnell überstanden und das Spielfeld war wieder zu erblicken. Jedoch muss man im Nachhinein sagen, dass man sich das auch gut unter der Blockfahne hätte anschauen können. Die Kogge wirkte nicht wirklich wach und Schweinfurt hatte definitiv gute Momente, war dem Tor auch auf jeden Fall erstmal näher als Hansa.
In die Halbzeit ging es schließlich mit einem 0:0 und man war sich logischerweise einig, dass das eindeutig zu wenig ist. Jedoch blieben ja noch mindestens 45 Minuten über, also blieb ich weiterhin optimistisch und hoffte weiterhin auf einen Dreier.
Bis zur 60. Minute war unsere Mannschaft aber weiterhin nicht wirklich da und so brachte man dann mehrere Neue aufs Feld, wodurch der Druck nach vorne zumindest schon mal intensiver wurde und man sich auch mehrere Chancen erarbeiten konnte.
Nachdem Mejdr in der ersten Halbzeit bereits die Latte traf, kamen nun also endlich mehr Chancen und es bahnte sich die Führung für die Kogge an. Jedoch vergaben Voglsammer, Holten und Co. die Chancen, was nicht zuletzt auch am Schweinfurter Keeper lag, der einen guten Tag erwischte und die Bälle alle wegfischen konnte. So langsam wurde die Zeit auch knapp und die Leute ungeduldiger, jedoch blieb die Stimmung meiner Meinung nach ganz gut. Richtig so. Egal wie das ausgehen würde, man war sich einig, dass Aufgeben keine Option war und auch wenn die Mannschaft sich schwer tat, weiter unterstützt werden musste. So gehört sich das!
Ernüchternder Ausgang
Leider blieben die Bemühungen von unseren Leuten aber erfolglos und das Spiel wurde mit 0:0 beendet. Shit. Nach der Partie war die Stimmung wirklich im Keller, so ehrlich muss man sein. Das war auch verständlich. Leider klappt halt nicht immer alles und so trat man den Heimweg an.
Der Fußmarsch zurück zum Stadion dauerte übrigens genauso wie der Hinweg: extrem lang und nach schätzungsweise so 20-25 Minuten Gewaltmarsch durch den ehemaligen US Stützpunkt, kam man endlich auch mal wieder am Bahnhof an. Dort noch schnell mit den leckersten Kleinigkeiten aus dem Kiosk und der neuesten Blickfang Ultra aus der Buchhandlung von nebenan ausgestattet und schon ging es wieder zum Gleis.

Von Schweinfurt aus ging es dann über Würzburg nach Hamburg. Im ICE wurde sich dann gebildet und gelesen. Die übrigen Spiele wurden ebenfalls noch begutachtet und natürlich machte die Konkurrenz ihre Hausaufgaben. War doch klar!
Im Oberhaus wurde noch kurz der Rest vom Nordderby verfolgt und irgendwann war dann auch das letzte Spiel zu Ende. Im Zug traf man, warum auch immer, noch einen komischen Kauz in einem grün-weißen Trikot, welcher meint, irgend ein irrelevantes Derby gewonnen zu haben. Keine Ahnung. Nach einiger Zeit erreichten wir dann Hamburg und man betrat den Zug zum nächsten Etappenziel namens Lübeck.
Auch dieser Fahrt verlief relativ ereignislos und langweilig, was aber auch mal ganz angenehm war. Nach diesem Spiel war die Lust auf Action auch nicht allzu groß. Lübeck wurde dann auch ohne Probleme angesteuert und so ging es noch fix in den Zug Richtung Hansastadt, wo der Discjockey nochmal zum Abschluss verschiedenste Musik spielte und man die Laune zum Schluss nochmal ein wenig anheben konnte.
Immer weiter!
Man kam dann doch ganz gut gelaunt in Rostock an und wünschte sich ein schönes Restwochenende inklusive Ausschlafen. Muss auch mal sein. Der Terminkalender brachte dann am Sonntag noch das Spiel „Chosebuz“ gegen RWE, welches zugegebenermaßen gut anzuschauen war, auch wenn es nicht so gut für Hansa lief. Aber egal! Wer noch oben mitmischen möchte, muss jetzt sowieso nur noch auf sich selbst schauen.
Am Samstag kommt der Jahn nach Rostock und dann geht es in zwei Wochen auch schon wieder auf Reise nach Aachen. Jetzt heißt es, Mund abputzen! Die Köpfe dürfen, wie es unser Trainer ebenfalls sagte, nicht hängen gelassen werden. Das ganze geht nur zusammen und wir werden sehen, wozu wir noch im Stande sind.
Hansa!
Euer Niklas


