20 Mal traf man bisher in Pflichtspielen aufeinander, davon gingen wir 11 Mal ohne Punkte vom Platz, 5 mal mit 3 Zählern und 4 mal trennte man sich mit einem Unentschieden. Die bisher letzte Begegnung war auch unsere erste Saisonniederlage, am 3. Spieltag mussten wir uns etwas unglücklich den 96ern geschlagen geben. Morgen werden die Karten aber wieder neu gemischt, es geht bei 0 los, ein Spiel hat 90 Minuten, ihr kennt die Phrasen.
Beim Thema „Ausfälle“ lässt sich erneut einiges schreiben. Damian Roßbach fehlt gesperrt, Nico Neidhart, Sebastian Vasiliadis und Lukas Scherff angeschlagen, bei Svante Ingelsson ist die Lage unklar. Jonas David und John-Patrick Strauß wurden nicht erwähnt, also plane ich mit beiden. Mit Stafylidis würde ich von Anfang an noch nicht rechnen, dafür hat er zu lange nicht gespielt, aber einen Einsatz wird er sicherlich bekommen. Auf Hannoveraner Seite wird eigentlich nur weiterhin Christopher Scott ausfallen, alle anderen wären, U23 Spieler außen vor, wahrscheinlich auch eine Option. Laut Leitl will man aber eigentlich wenig bis nix an der Startelf vom Spiel gegen Nürnberg ändern, was mich auch gewundert hätte, dementsprechend erwarte ich 96 so:

Hannover mit Ball
Im eigenen Ballbesitz, den Hannover häufig hat (50,2% pro Spiel) setzt 96 vor allem auf Kurzpassspiel. Neben taktischen Gründen (Spielkontrolle) liegt das auch daran, dass man im Regelfall außerhalb der Defensive + Kunze keine sonderlich großen Spieler hat, man benutzt Lange Bälle also quasi nur, wenn man seine schnellen, technisch starken Offensivspieler einsetzen will. Von hinten baut man sein Spiel dementsprechend kurz auf, die Strukur sieht dabei grob so aus:

Das Ziel des Aufbauspiels ist es, an der Mittellinie möglichst viele Leute in Ballnähe zu haben (Thema Überzahlspiel), mit denen man sich dann quasi bis vorne „durchdrücken will“. Dafür rückt der nominelle 10er häufig mit auf die Außenseite, genau so wie der Ballnahe 8er, der oft im Halbraum leicht versetzt zu finden ist. Die Außenverteidiger der 96er halten generell immer die Breite (nur bei Flanken rückt Köhn in die Mitte), um auf außen entstehenden Platz für ihre recht ordentlichen Flanken auszunutzen. Zusammen mit dem sich fallen lassenden zweiten Stürmer (oft Nielsen) hat 96 deshalb an guten Tagen ein extrem schönes und effektives Spiel, dass auch total flexibel und dadurch schwer zu verteidigen ist. Die 8er wechseln sich dabei auch gerne mal ab, je nachdem auf welcher Seite man ist, und Fabian Kunze ist in seinem Spiel mit Ball meiner Einschätzung nach total unterschätzt.
Hannover gegen den Ball
Wir spielen gegen eine enorm pressingstarke Mannschaft. 96 läuft ständig und in jeder Situation hoch und intensiv an, was einen kontrollierten Spielaufbau doch eher schwer macht. Anlaufen tut man in einer leicht höheren Variante der Grundformation, wodurch man den Gegner beim Aufbau in gleicher Weise anlaufen und ihm die Anspielstationen zustellen kann. Einzig hinter der 3er Reihe entsteht häufig ein ordentliches Loch im Mittelfeld. Es klingt etwas absurd, wenn man das in Kontrast damit setzt, dass Hannover bei der Laufdistanz auf Platz 16 liegt, aber das liegt eben daran, dass man meistens schon so viele Leute in Ballnähe hat, dass man gar nicht groß hinterherlaufen muss um bspw. Löcher zu stopfen.

Etwas tiefer steht man dabei in Grundformation, die einem defensiv eine enorme Kompaktheit gibt und den Gegner nach außen drängt.
Ihre Restverteidigung ist an sich gut sortiert, in der Regel stehen vor den beiden Innenverteidigern in den Halbräumen jeweils der Ballferne äußere 8er und der Ballferne Außenverteidiger, wodurch man auch nicht vollkommen überlaufen wird. Manchmal stehen sie dabei aber etwas zu hoch, weshalb dann trotzdem Räume entstehen. Die 96er haben die drittbeste Defensive der Liga, das liegt neben den genannten Faktoren unter anderem auch an individuellen Themen. Mit Ron Robert Zieler hat man einen der besten Torhüter auf der Linie, mit Neumann und Halstenberg 2 zweikampfstarke, vor allem auch sehr spielintelligente Innverteidiger und mittlerweile auch eine richtig ordentliche Struktur, grade beim Pressing, hat.
Hansa!
Ich verstehe, dass es trotz des Siegs gegen Elversberg jetzt keine riesen Euphorie gibt, aber wir sind hier bei weitem nicht chancenlos und bitte behaltet das im Hinterkopf! Um sie zu schlagen, würde ich so aufstellen:

Wir kriegen gegen das Pressing der 96er eher selten einen richtig kontrollierten Spielaufbau hin, also muss man ihr Pressing überspielen und genau dafür ist dieser Doppelsturm da. Brumado und Gudjohnsen sehen nach einem ähnlichen Profil aus, sind aber tatsächlich recht unterschiedliche Spieler, bewegen sich in der Regel nicht in den selben Räume (laufen sich also nicht gegenseitig um) und, das ist hier das wichtigste, sind beide sehr gut in der Luft. Die Idee ist es quasi, Hannover anlaufen zu lassen und sie dann hoch zu überspielen, bspw. ausgehend von VDW, David oder Rossipal. Dafür soll Brumado sich fallen lassen, um lange Bälle kurz vor der Mittellinie festzumachen und zu behaupten. Dadurch steht man dann recht plötzlich vor Hannovers 4er Kette, bei der grade Köhn häufig ein eher holpriges Stellungsspiel hat, weshalb auch Perea spielt, um eben genau in diese Räume reinzustarten.
Gegen den Ball wird es vor allem wichtig, Hannover auf den Flügeln zu lassen, klar, ist in der Regel die ungefährlichste Zone, konkret gemeint ist damit aber auch eher, dass man sie dort keine großen Überzahlen schaffen lassen soll. Van der Werff ist ein etwas dynamischerer Spieler als David, deshalb spielt er auf der 6. Strauß ist wieder fit und gegen Derrick Köhn besser geeignet als Lang, grade aufgrund vom Tempo des Hannoveraner Linksverteidigers und Stafylidis ist wie erwähnt glaube ich noch nicht bereit für einen Startelfeinsatz, auch wenn ich mich freuen würde, da falsch zu liegen. Wenn jeweils ein 6er rausrückt, kann dazu auch Brumado gut nach hinten rücken, um diesen Raum dann abzudecken.
Auch mit Flanken wird man viel erreichen können. Diese werden wann dann bei uns eher von Links kommen, dem Personal geschuldet, aber viel wichtiger sind die Abnehmer. Neben Brumado und Gudjohnsen kommt eben auch noch Perea dazu, der bei Flanken etwas mehr in den Rückraum stoßen soll, quasi so wie Köhn auf der anderen Seite.

