Mit Karacho in die Ergebniskrise!
Man könnte meinen, der Anschlusstreffer des Cottbuser Stürmers Tim Heike Mitte August hätte etwas Böses im heimischen Ostseestadion heraufbeschworen. Nachdem der Chemnitzer FC eineinhalb Wochen zuvor – nach kurzzeitigem Rückstand – noch mit 6:1 (!) aus dem Stadion gefegt wurde, waren die Amas gerade dabei, den nächsten großen Coup vor den eigenen Fans zu landen. Es stand 2:0 für den frischgebackenen Aufsteiger zur Pause – ein hochverdienter Zwischenstand. Derm mittlerweile nicht mehr in Rostock weilenden Sébastien Thill gelang in der sechsten Minute ein absolutes Traumtor aus 50 Metern. Bachmann legte kurze Zeit später mit einer fabelhaften Ballannahme nach und jagte das Ding nach zwölf Minuten zum wiederholten Mal in die Maschen der Brandenburger – eine Anfangsphase zum Dahinschmelzen. Der laue Sommerabend und die rote Abendsonne machten das gar schon romantische Fußballerlebnis bis dato perfekt.
Doch in der zweiten Halbzeit machte Gästetrainer Wollitz seinem rotgekleideten Team ordentlich Feuer unter dem Hintern. Seine neu zusammengestellte Truppe kam mit ordentlich Zug aus der Halbzeit und gewann schlussendlich noch mit 3:2 gegen in der zweiten Halbzeit müde wirkende Rostocker. Schade! Besonders schade ist allerdings, dass seitdem der Wurm drin ist.

Teils unglückliche Niederlagen
Denn: Viel Zählbares gab es in der Zwischenzeit nicht mehr zu bejubeln. Ganze zwei Siege konnte man nach dem Kantersieg am 2. Spieltag noch einfahren (Luckenwalde 1:0/Erfurt 3:2). Vier Unentschieden stehen daneben zur Buche. Mal konnte man sich gegen klare Favoriten lange bewähren, wie es beim aktuellen Tabellenzweiten BFC Dynamo (0:0) der Fall war. Mal stand gegen jene Favoriten eine knappe, aber auch unglückliche Niederlage auf der Anzeigetafel, wie es gegen Babelsberg oder Greifswald so passierte. Und dann gab es bisher aber auch Spiele zum Vergessen, wo der Gegner mit unserer Mannschaft Katz und Maus spielte und damit folgerichtig auch hoch gewann, wie z.B. bei der 1:5 Klatsche gegen Jena.
Achillesferse Defensive
Größtenteils muss man jedoch sagen, dass die Kogge gegen die meisten Vereine aus der Regionalliga gut mithält und am Ende trotzdem mit leeren Händen dasteht. Gegen Zwickau am vergangenen Wochenende erweiterte sich die Reihe solcher unglücklich verlaufenden Spiele, als man einmal mehr kurz vor dem Strafraum pennte und wieder einmal mit 0:1 verlor. Fehler, die schon in der 4. Liga eiskalt bestraft werden. Dabei ist für den Aufsteiger die Offensive mit 26 geschossenen Toren nicht sonderlich das Problem, auch wenn man schon so einige dicke Chancen liegenließ in dieser Saison. Die so verletzliche Achillesferse stellt hierbei eindeutig die Defensive mit 44 Gegentoren dar – die schlechteste der gesamten Liga. Neutrainer Uwe Speidel, der Kevin Rodewald Anfang des Jahres ablöste, konnte dieses Problem bisher noch nicht wirklich abstellen oder vermindern. Deutliche Worte, wie er sie auf der PK nach dem Spiel gegen Chemie Leipzig fand, hatten noch nicht die entscheidende Wirkung entfalten können.
Eine Bereicherung für die Liga
Wie ein Tabellenletzter präsentieren sich Köster und Co. allerdings bisher nicht. Es macht Spaß, den Jungs beim Kicken zuzuschauen. Meiner Meinung nach sind sie mit ihrer temporeichen und teils filigranen Spielweise sogar eine Bereicherung für diese Liga. Doch am Ende macht ihre mutige Spielweise vieles wieder Zunichte; werden für ihre Fehler in der Hintermannschaft gnadenlos bestraft. Fast ein Jahr nach dem viel umjubelten Aufstieg könnte es für unsere Amas direkt wieder runtergehen. Rechnerisch ist allerdings weiterhin noch alles möglich. Auch unsere Profis stecken weiterhin tief im Abstiegsschlammassel nach der 0:2 Pleite gegen Düsseldorf. Doch gemeinsam kommen wir da wieder raus!
Es kommen wieder bessere Zeiten!


