Ein ausverkauftes Haus
Es ist nicht allzu oft der Fall, dass das Olympiastadion der Hertha restlos ausverkauft ist. Doch am kommenden Spieltag könnte dies aller Wahrscheinlichkeit nach tatsächlich eintreten. Zum ersten Mal überhaupt in dieser Zweitliga-Saison wird die riesige Schüssel wohl bis zum letzten Platz komplett gefüllt sein. Am Montag gingen die restlichen Karten in den freien Verkauf und es hat kaum eine Viertelstunde gedauert, ehe das erweiterte Gästekontingent mit knapp 12.000 Tickets komplett vergeben war. Nach etwa einer Stunde waren sogar so gut wie alle Karten vergriffen, sodass wohl über 60 000 Fans das Spiel direkt live im Stadion erleben werden.
Es wird eine ‚Haut von Gans-Stimmung‘ werden – im besten Fall mit einer beispiellosen und unvergesslichen Party im Westend. Das steht jetzt schon fest. Für Selimbegovic selbst wird der Besuch im Olympiastadion in seiner Rolle als Trainer eine Premiere sein. Noch nie stand der gebürtige Bosnier dort an der Seitenlinie, sei es als Heim- oder Gästecoach. Auf der Pressekonferenz offenbarte Mersad, das er liebend gerne bei diesem besonderen Spiel für wenigstens fünf Minuten die Fußballschuhe rausholen und mit der Mannschaft kicken wolle – ein Satz, der eigentlich alles aussagt.
Hansa kann in der Tabelle klettern
Mit Blick auf die Tabelle könnte Hansa einen Riesensatz machen und sich bis auf Platz 12 vorläufig hochschieben. Viel wichtiger noch: Die Kogge könnte sich zusätzlich ein kleines Polster erarbeiten und mit einem Sieg enorm viel Druck auf die restliche Konkurrenz ausüben. Da die Tordifferenz bei unserer Mannschaft aktuell nicht gerade positiv hervorsticht, wäre hingegen das Erreichen der 34 Punkte-Marke nach dem 29. Spieltag ein echtes Statement. Man trotzte der zuletzt anhaltenden Verletztenmisere, während sich zugleich wahre Führungsspieler herauskristallisierten.
Spieler blühen auf
Unter den zurzeit vielen aufblühenden Spielern sind insbesondere der in der Hinrunde abgetauchte Ingelsson und unser Winterneuzugang Stafylidis zu nennen. Gerade Erstgenannter ist absolut nicht mehr wieder zu erkennen und rennt die Linie rauf und runter, ist überall zu finden und bringt ordentlich Dynamik in das Offensivspiel der Rostocker, während der Grieche auf der Linksverteidiger-Position durch sein kluges Positionsspiel in Erscheinung tritt und sehr präsent in den Zweikämpfen ist.
Aber auch die Mittelfeld-Achse mit Rhein und Dressel ist aktuell lobenswert. Der Mannschaft tut es sichtlich gut, dass vor allem Rhein mit seiner spielerischen Komponente dem Druck des Gegners standhält und zumeist kreative Lösungen parat hat.
Noch mehr Durchschlagskraft in der Offensive
Trotz dessen muss in den nächsten Wochen die Offensive nochmal einen Zahn zulegen. Wie unser Redakteur Benett schon richtig erkannt hat, war die Strafraumbesetzung bei den Flankenbällen in der ersten Hälfte gegen Wiesbaden eher suboptimal, sodass die mit Mühe vorbereiteten Angriffe relativ schnell wieder im Keim erstickten. Brumado war im Strafraum zumeist alleine unterwegs und konnte daher viele Bälle kaum weiterverarbeiten. Oftmals war aber auch sein Positionsspiel manchmal etwas unglücklich.
Auf den drei so sehr herbeigesehnten Toren gegen den Konkurrenten aus Hessen darf jetzt nicht ausgeruht werden. Schon gar nicht ist mit diesem Spiel das Offensivproblem abgehakt. Die Kogge muss im ‚Heimspiel‘ gegen Berlin mit viel Zug auftreten, soll dort etwas Zählbares mitgenommen werden. Mit zwölf Mann gehen sie auf jeden Fall diese Aufgabe an!
Allen Hansa-Fans wünschen wir eine gute und sichere An- und Abreise. Genießt diese besondere Auswärtsfahrt und nehmt mit der Mannschaft zusammen die drei Punkte mit an die Ostsee!


