An alle, die es mit dem F.C. Hansa Rostock halten,
wir Kinder der Küste sind eine raue See gewohnt. Es war noch nie einfach, ein Fan dieses Vereins zu sein – egal, ob heute oder in der Vergangenheit. Hinter dem F.C. Hansa zu stehen, bedeutet: Leidenschaft, Hingabe und Treue. Egal, wo und wie die Kogge segelt, wir sind immer dabei. Es geht immer nur dann voran, wenn wir zusammenstehen.
Als am 28. Dezember des Jahres 1965 dieser Verein geboren war, bis heute in eine hektische Gegenwart – der F.C. Hansa ist eine Institution, ein Lebensgefühl, ein Lebensbegleiter. Für viele Menschen ist dies mehr als nur ein Fußballverein. Man feiert und man leidet zusammen. In den vergangenen 30 Jahren erlebten wir einige Höhen, jedoch umso mehr Tiefpunkte. Es ist keine zehn Jahre her, da stand unser geliebter Verein nahe dem Abgrund. Über die letzten sechs bis sieben Jahre erkämpfte man sich jedoch Stück für Stück sportliche Erfolge zurück. Mit tugendhafter, geduldiger und weitsichtiger Arbeit folgte im Jahre 2021 die lange überfällige Rückkehr der Rostocker in die 2. Bundesliga – und hier wollen und sollen wir auch bleiben!
Menschen mit der Kogge auf der Brust und im Herzen haben noch nie aufgegeben und nur deswegen stehen wir heute hier. Resignation ist zum jetzigen Zeitpunkt keine Lösung. Wir sind nicht abgeschlagen und haben alles in der eigenen Hand! Unsere Bitte – von uns Fans an alle Fans – ist: spart euch Kommentare, dass man ja absteigen wird, dass man sich schon Magenta Sport buchen kann, dass keine Hoffnung mehr existiert etc. Wir haben es schon aus tieferen Löchern herausgeschafft und wir können es auch dieses Mal schaffen. Und noch einmal: es geht nur zusammen!
Zusammenstehen heißt, dass wir Fans, Verantwortliche und Spieler an einem Strang ziehen sollten. Zusammenstehen heißt auch, keine Gerüchte zu streuen, die dem Verein schaden, welcher uns tagtäglich begleitet. Gleichermaßen bedeutet zusammenstehen auch, Spieler aufzubauen, anstatt diese bis aufs Bitterste zu beleidigen. Würdet ihr euch zerreißen, wenn ihr in schlechten Phasen nicht mehr als blanke Häme erntet? Ist es motivierend, wenn euch Gewalt angedroht wird oder ihr bis aufs Letzte diffamiert werdet? Jeder in unserem Verein ist sich der sportlichen Lage bewusst. Der Auftritt in Osnabrück war nicht beabsichtigt, sondern ist ein Resultat von hemmender Mutlosigkeit und der Angst, zu Versagen. Auch im letzten Jahr standen wir am Abgrund, doch die Mannschaft schaffte den Turn-around. Im Fußball entscheiden Nuancen. Und ob die Fans hinter dem Verein stehen oder nicht, ist eine dieser kleinen Detailfragen, die alles verändern können. Egal, ob Alemannia Aachen, Schalke 04 oder Eintracht Frankfurt. Kein Team hat in der Vergangenheit die Klasse gehalten, nachdem der Draht zwischen Fans und Mannschaft gerissen ist. Lasst uns das Team zum Erfolg peitschen, ganz gleich, wie die Saison bisher verlief.
Es ist völlig okay und auch gerechtfertigt, wenn man sich als Fan permanent fragt, ob nicht auch mal eine Saison halbwegs normal und ruhig bei der Kogge ablaufen kann. Es ist vollkommen okay, auch (berechtigte) Kritik zu äußern, solange diese auf sachlichem Niveau bleibt. Verzweiflung ist okay. Wut und Enttäuschung sind auch okay, sofern niemand persönlich angegangen oder gar die gesamte Mannschaft ins Fadenkreuz von übelsten Beleidigungen oder sonstigen negativen Kommentaren wird. Am Ende kann man an den Ergebnissen nichts mehr ändern. Aber was wir Fans tun können, ist, unseren Herzensverein auch in stürmischen Zeiten zu navigieren und zu unterstützen, komme was wolle. Die Lage sah, wie bereits angeklungen, letzte Saison an einem gewissen Punkt schon mal wesentlich schlechter aus.
Dennoch ist klar zu erkennen: Die sportliche Leistung unserer Profi-Mannschaft sorgt für Verzweiflung in der Hansastadt und im ganzen Bundesland. Deswegen wollen wir uns in diesem Brief nicht nur mit aufbauenden Worten an die Fans – sondern auch an unsere Spieler und Funktionäre wenden. Wer die Kogge auf der Brust trägt, der repräsentiert uns und unsere Werte Wochenende um Wochenende auf den Rasenplätzen der Republik. Von der Jugend über unsere Hansa-Frauen bis hin zu allen Mitarbeiter*innen – alles steht und fällt mit der Leistung unserer Profis. Woche um Woche pilgern tausende von Menschen durch das Land, nur um den Verein den sie lieben, beim Sport den sie lieben anzufeuern. Dies kostet Zeit, Geld und Nerven. Doch keiner beklagt sich, alles für den FCH! Die zuletzt gezeigten Auftritte ließen die weiß-blauen Herzen weltweit bluten. Der F.C. Hansa steht für Kampf, Leidenschaft und den absoluten Willen, nie nur ein einziges Spiel verloren zu geben. In Osnabrück habt ihr buchstäblich alles gegeben und dieses Ergebnis verteidigt, dies sei jedem einzelnen, der durch Schmerzen, Frust und verlorener Zähne gekämpft hat, hoch anzurechnen. Der Einsatz stimmt zu 1965%, jetzt fehlen nur noch die Ergebnisse.
So viel Herzblut und Leidenschaft, wie wir Fans wir in diesen Verein stecken, so hart arbeitet ihr Spieler und Funktionäre des F.C. Hansa daran, uns sportliche Erfolgserlebnisse zu liefern. Euer Einsatz soll sich wieder voll auszahlen, wir wollen mit euch zusammen feiern! Belohnt euch für euren Kampfgeist und schenkt uns Fans Hoffnung zurück. Wir ziehen alle an einem Strang und segeln in dieselbe Richtung. Wir haben es schon einmal geschafft und werden es auch dieses Mal schaffen.
Fangen wir am Samstag damit an.
Wir sind Hansa.
Wir ALLE sind Hansa.
Die 65-Journal Redaktion


