Auswärtsbericht Stadtteilverein
Womit beginnt eine Auswärtsfahrt bei Hansa Rostock mittlerweile immer? Genau, man hängt Ewigkeiten im Neuland – ääähh, ich meine natürlich Internet fest und probiert irgendwie, ein wenig mehr Glück als alle anderen zu haben und eine oder gar mehrere Karten für ein Spiel des glorreichen F.C. Hansa zu ergattern. Gesagt, getan. Erste Hürde wurde erfolgreich genommen und die üblichen Leute wurden angefragt, ob sie denn auch Karten bekommen haben. Pläne für die Fahrt wurden langsam, aber sicher geschmiedet und bei Cheffe wurde der Urlaubsschein eingereicht. Und da waren wir dann auch schon wieder, nachdem man die Hauptstadt erfolgreich mit 20.000 Menschen, die es mit Hansa halten, geentert hat und auch das Spiel gegen die größenwahnsinnigen Bördebauern (besten der Welt, ja is klar Leute!) überlebt hat, ging es also mal wieder nach Hamburg. Gegen eine der sportlich besten der Mannschaften der Liga. Nach den letzten Wochen, bin ich dann doch mit, vorsichtig gesagt, geringen Erwartungen in den Tag gestartet. Aber wir sind Hansa-Fans. Der Sport spielt bekanntlich für uns keine Rolle und ist nicht wichtig. Hansa ist Wichtig!
Also hieß es, die Motivation irgendwie wieder hochfahren und nachdem der Wecker einen dann wieder viel zu früh ausm Schlaf gerissen hat, sich auf eine angemessene und hübsche Garderobe festzulegen. Es geht nach Sankt Pauli, da muss natürlich schonmal die Bomber wieder rausgeholt werden. Schlicht, schick und praktisch. Ein Muss für alle Hansafans quasi. Danach wurde sich dann noch im nächsten Supermarkt fix mit Verpflegung eingedeckt und es ging danach ab zum Bahnhof. Der RE1 war natürlich mal wieder gut besetzt und neben ein paar Fans der Kogge wollten komischerweise auch viele „Normalos“ in die Richtung der komischen Stadt. Was auch immer man da drüben will, außer ein Spiel von Hansa beobachten? Naja, kann ja nicht jeder in der schönsten Stadt des Landes leben. Die Fahrt an sich verlief wirklich sehr entspannt und fast schon ungewohnt langweilig. Aber auch mal ne angenehme Abwechslung für mich. Und da waren wir dann auch schon. Hamburg wurde erreicht und jetzt hieß es erstmal, irgendwie den Weg zum Kollegen finden, der unverständlicherweise für sich entschieden hat seinen Beruflichen Pfad im Westen zu beginnen. Muss man mögen, aber okay. Gefunden hat man sich dann doch problemlos und man ist auch Zeitnah schon aufgebrochen, um zum Stadion zu gelangen.
Gezeichnet vom letzten Jahr, wollte man zeitig den Gästeblock betreten und dem möglichen Stress, durch welche Partei auch immer, aus dem Weg gehen. Einlass ging 1-2 Minuten vorher los und lief für mich persönlich auch problemlos. Und da hat man dann auch schon die Dixi Allee erreicht. Komisches Bild, aber hey, wenn der „magische FC“ meint, dass jeder Einzelne es verdient hat, bestraft zu werden, weil ein paar Leute letzte Saison etwas übertrieben haben. Kein fließend Wasser, kein Desinfektionsmittel, nichts. So mussten sich dann circa 2.600 Rostocker auf 40 Dixi Klos vergnügen. Naja, sei es drum. Die Proviant- Theke wurde noch einmal genauer begutachtet und es wurde sich fix noch eingedeckt für das Spiel. Jetzt hieß es, rein in den Block und Zeit vertreiben bis zum Spiel. Der Block wurde von den einen oder anderen Leuten verschönert, die anderen diskutierten recht zeitig dann bereits über die Taktik des Trainers, alles wie immer also. Kurz vor Anpfiff wurde dann von Seiten der Gastgeber noch einmal das Thema Dixi angesprochen, ähm ich meine angesungen. Ich sag mal so, mit dem Song lässt Dieter euch nicht in den Recall. Aber egal, recht hatten sie ja irgendwie schon, es halt so und für Hansafans gab es heut nur Dixi-Klo. Jeder, der sich cool fühlen wollte deswegen, ist auf seine Kosten gekommen und die Menschen mit Verstand fieberten dann ebenfalls dem Anpfiff entgegen.
Die Stimmung war von Beginn an da, jeder hat mitgezogen und die Laune hielt sich in Hälfte Eins, auch durch doch ganz akzeptable Leistungen der in Weiß gekleideten Rostocker, auf einem guten Niveau. Nachdem die eine oder andere Chance unsererseits dann mal wieder vergeben wurde, der eine oder andere letzte Pass mal wieder nicht ankam und Sankt Pauli komischerweise heute zumindest in der ersten Hälfte auch nicht so recht konnte und oder wollte, hieß es zur Halbzeit 0:0. Mich packte glatt die Euphorie und ich war der Meinung, dass wir das mit der Leistung doch tatsächlich gewinnen könnten.
Dann begann die zweite Halbzeit und recht schnell wurde im Block dann klar, dass dieser komische Schalter bei den Spielern umgelegt wurde, welcher dafür sorgt, dass wir oft nur eine gute Halbzeit spielen und eine eher nicht so gute. Wie sollte es also anders sein, Ecke Pauli, Tor Irvine. Wieder Rückstand. Puh. Ich bin jetzt kein perfekter Analytiker, aber sportlich muss man dann doch von einer zumindest mal nicht unverdienten Führung reden. Egal, weitermachen! Was bleibt dir auch über. Also hieß es weiter, die Spieler unten anfeuern und irgendwie auf ein Wunder hoffen. Die Zeit verging, der Schiri zeigte dem einen oder anderen noch eine Karte und schon war das Spiel wieder vorbei. Die 18. Niederlage der Saison war eingetütet und nachdem man die Mannschaft nochmal versucht hat aufzubauen, hieß es dann Heimreise antreten.
Am Bahnhof noch fix den obligatorischen Frustkauf bei einem Fastfood Restaurant getätigt und der Zug Richtung Heimat wurde bestiegen. Nachdem es dann endlich mal nach weiteren 20 Minuten irgendwann nach 23 Uhr auch mal losging, verlief auch die Rückfahrt ohne weitere große Ereignisse und auch die Frauen vom Junggesellinnen-Abschied haben ihr Ziel erreichen können. Für die Anderen, die nicht in so komischen Städten wie Schwerin oder so aussteigen, hieß es dann irgendwann endlich: Willkommen zurück in Rostock. Kurz nach zwei Uhr wurde dann noch schnell die S-Bahn genommen, um nach Hause zu kommen und damit ging der Tag dann auch wieder zu Ende. Eine weitere Niederlage aufm Konto, eine weitere glücklose Auswärtsfahrt. Und was machen wir jetzt? Genau, zusammenreißen, egal ob Mannschaft oder Fans. Es folgen noch drei wichtige Spiele gegen Karlsruhe, ein weiteres Erlebnis, welches uns gen Ruhepott nach Gelsenkirchen reisen lässt und zum Schluss kommt Paderborn nochmal. Jetzt heißt es Alle zusammen für Hansa Rostock. Mit aller Gewalt zum Klassenerhalt!


