Spaßvogel Haugen
Eines vorweg: Ich habe in der jüngeren Hansa-Vergangenheit selten einen Spieler gesehen, der von seinem Charakter und seiner robusten Spielweise her so gut zu uns passt wie Haugen. Der Norweger, der zudem immer für einen Spaß zu haben ist, scheint sich hier am Ostseestrand gut eingelebt zu haben und ist in vielerlei Hinsicht eine absolute Bereicherung für das Team. Das steht außer Frage und spielt sicherlich auch eine Rolle bei der Entscheidungsfindung, wenn es um ein mögliches festes Engagement bei der Kogge geht.
Torverwertung ein großes Problem
Auch seine Torausbeute ist auf dem ersten Blick mit neun Buden und einer Vorlage aus 27 Spielen nicht sonderlich übel und passt auch zu seinen Leistungen bei seinen vorherigen Spielerstationen (beispielsweise in der norwegischen 1. Liga traf er in 56 Spielen 14 Mal). Das ist der Status quo bei unserem Torjäger Sigurd Haugen. Blickt man jedoch auf seine Torverwertung, so wird klar, dass er auf der Ebene ein enormes Defizit besitzt. Gerade einmal 13% (!) seiner Versuche landen letztendlich auch im Kasten. Das ist bei durchschnittlich drei Torschüssen pro Spiel eine sehr magere Erfolgsquote (Quelle: sofascore). Aufwand und Ertrag stimmen beim Norweger somit aktuell noch gar nicht überein. Dabei ist die Erarbeitung von Torchancen hier nicht das Problem, wie die letzte ausdrücklich Statistik zeigt.
Sehr weit weg von den Topstürmern
Torjäger Sebastian Grønning vom FC Ingolstadt 04 benötigt – um einen Vergleichsparameter zu nennen – nur halb so viele Torschüsse, um zum Erfolg zu kommen. Seine Trefferquote liegt bei 32% und ist damit doppelt so hoch wie die von Haugen, wohlgemerkt bei weniger herausgespielten Torchancen. Natürlich ist Grønning hier als Vergleich etwas gemein gewählt, da der Ingolstädter mit 16 Toren zu den absoluten Topstürmern der Liga gehört. Dennoch möchte ich damit verdeutlichen, wie schwer sich Haugen beim eigenen Abschluss tut oder auch zum Teil mitlaufende Spieler, die völlig frei sind, leider übersieht. Insbesondere bei Heimspielen verzettelte er sich in letzter Zeit ziemlich oft und denkt bei der Abschlussphase einfach zu lange nach.
Natürlich werden die Verantwortlichen bei Hansa die Statistiken von Haugen in- und auswendig kennen. Aber ob bei diesen Statistiken am Ende der Saison eine Ablösesumme von 400.000 bis 500.000 Euro an Aarhus GF überwiesen wird, wage ich stark zu bezweifeln. Immerhin hat er noch fünf Ligaspiele Zeit, seine Torquote zu verbessern. Eine zweistellige Torausbeute würde die Verhandlungen auf jeden Fall zugunsten eines Verbleibs bei der Kogge erleichtern. Fakt ist: Hansa, das sich in den letzten Jahren mit Ausnahme von Verhoek kaum durch einen eiskalten Torjäger auszeichnen konnte, braucht dringend wieder einen Knipser im Sturm. Andernfalls wird es in Zukunft schwierig sein, die hochgesteckten Ziele zu erreichen und dauerhaft zu halten.


