Es begann mit einem halbleeren Zettel
Etwa genau vor einem Jahr bekam Ex-Trainer Bernd Hollerbach einen Zettel in die Hand gedrückt – von Sportchef Shapourzadeh, der wiederum selbst erst einige Wochen zuvor bei der Kogge anheuerte. Darauf waren jene Spieler aus der A-Mannschaft notiert, die weiterhin bei der Kogge noch Vertrag hatten und definitiv in Rostock bleiben würden. Die Anzahl war begrenzt. Sehr begrenzt. Das wurde auch Hollerbach spätestens klar, als er das Papier umdrehte und keine weiteren Spielernamen mehr zu lesen waren.
Diese Anekdote macht deutlich, wie schwierig sich die Vorbereitung zu Beginn der letzten Saison noch gestaltete. Aufgrund des rabiaten, aber notwendigen Neuanfangs nach dem Abstieg in der Vorsaison war Hansa mit den Planungen sehr spät dran, sodass viele Personalentscheidungen noch in den Sternen standen – auch auf der Führungsebene. Die Transfers zogen sich aufgrund dieser daraus resultierenden Verschiebung hin. Einige Spieler konnten erst während des laufenden Trainingslagers bzw. kurz nach dem Saisonstart verpflichtet werden, was das Formen einer Einheit deutlich schwieriger machte. Hierbei ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass insbesondere Amir für diese Umstände nichts konnte. Im Gegenteil: Die folgenden Transfers für die Saison 24/25 waren gut überlegt und haben, wenn auch spät, gezeigt, wie viel Potenzial in ihnen steckt.
Eine ganz andere Vorbereitung!
In der Gegenwart angekommen, sieht das Bild mittlerweile ganz, ganz anders aus. Wir haben mittlerweile einen jungen, charismatischen und vor allem unverbrauchten Trainer an Bord der Kogge, der in Rostock voll eingeschlagen ist und nun schon seit bereits sieben Monaten seine belebenden Ideen hier an den Spielern und dem Stuff weitertragen kann und darf. Auch Sportchef Amir Shapourzadeh konnte mittlerweile seine Wurzeln an der Ostsee schlagen. Zusammen mit seinem zur selben Zeit ebenfalls neu installierten Scouting-Team um Thomas Finck haben sie bereits sechs ballstarke, ambitionierte und zukunftsorientierte Transfers über die Bühne gebracht – dieses Mal weit vor Saisonstart.
Dementsprechend kann konstatiert werden, dass die Planungen für die kommende Saison diesbezüglich schon relativ weit vorangeschritten sind und der Großteil des Teams mittlerweile beisammen ist, auch wenn es noch sicherlich einige Abgänge geben wird. Für die kommende Vorbereitung ist dieser Fakt einfach goldwert!
Die Achsen bleiben bestehen!
Die weit vorangeschrittene Transferplanung bedeutet auch zugleich, dass die wesentlichen Hauptachsen innerhalb des Teams bestehen bleiben wie zum Beispiel die enorm wichtige Sechser-Position um Schuster und Dirkner. Mit Eigengewächs Dietze, der in der abgelaufenen Saison besonders mit seinen Dribblings und Vorlagen überzeugte, konnte darüber hinaus ein weiteres Hansa-Talent langfristig gebunden werden. Die Weichen für die Zukunft werden also bereits gestellt. Die frühe Planungssicherheit wird, meiner Meinung nach, auch beim Saisonstart zu merken sein, da der Großteil der Mannschaft sich bereits kennt, sodass gewisse Abläufe nicht komplett neu einstudiert werden müssen. Das Grundfundament steht also bereits!
Das könnte, mit Blick auf das Teilnehmerfeld, ungemein wichtig werden, da einige Vereine ihre Umbrüche noch vor sich haben (mit Blick auf Ulm, Regensburg oder Cottbus). Die Bausteine für eine erfolgreiche Saison sind also allesamt vorhanden. Jetzt gilt es, die Ernte im kommenden Jahr einzufahren (sofern das Verletzungspech, unsere Zuneigung zum Aluminium oder die Schiedsrichter uns nicht in die Quere kommen)!


