Profidebüt in Hamburg
Es ist noch gar nicht so lange her, dass Benno Dietze seinen ersten Profivertrag bei Hansa Rostock unterzeichnete. Im November des vergangenen Jahres war die Tinte schließlich trocken, das norddeutsche Lächeln von den Kameras eingefangen. Sein Debüt lag jedoch schon einige Zeit zurück. Es war der 24. Juli 2022 – ein in doppelter Hinsicht viel umjubelter Tag für die Kogge, da kurz nach der umjubelten Einwechslung vom jungen Dietze Kevin Schumacher den Gästeblock zum Ausrasten brachte – in der 94. Minute. Es waren absolute ‚Haut von Gans-Minuten‘, die sich damals im Volkspark abspielten!
Erst kürzlich gab der ehemalige U23-Trainer der Kogge, Kevin Rodewald, ein Interview im OZ-Podcast „Nachspielzeit“, in welchem er Dietze wie folgt prägnant beschrieb:
„Benno ist für mich der beste Spieler, den ich bis Stand heute trainiert habe. Nicht von der Einstellung zum Fußball, aber als Fußballer generell, wenn der mal anzieht – der ist brutal schnell, mit und ohne Ball. […] Wenn der sich anstrengt, ist das eine Rakete. Es ist unfassbar! [Benno] will immer Wettkampf haben, der will kicken, der will zocken, der will sich duellieren. Und das hat immer Spaß gemacht.“
Ein omnipräsenter Spieler
Und genau das hat man schon vor allem in der vergangenen Saison von ihm sehen können. Sein Spielwitz, gepaart mit seinem schnellen Antritt, krönte er mit sechs (!) Torvorlagen in der Liga, leider ohne eigenen Torerfolg, den er sich redlich verdient hätte. Doch die Belohnung für seine starken Leistungen folgte auf dem Fuße: Anfang Juni diesen Jahres verlängerte der Verein seinen Vertrag vorzeitig und langfristig. Diese Entscheidung ist die logische Konsequenz einer Erfolgsstory, die es seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr bei Hansa gegeben hat. Mit seinen erst 22 Jahren agiert Dietze auf dem Platz schon wie ein absoluter Leader und ist fast auf dem gesamten Feld omnipräsent. Insbesondere bei Heimspielen ist der Junge nicht zu bremsen. Selbst, wenn das generische Abwehrbollwerk aktiv ist.
Lerneffekte
Natürlich lief auch bei ihm nicht alles rund in der letzten Saison. Vor allem bei der 0:5-Niederlage in Mannheim stand er, wie fast alle anderen auch, vollkommen neben sich. Er konnte sich letztendlich sogar glücklich schätzen, dass er nach einem klaren Ellbogenschlag nicht frühzeitig vom Platz flog. Das sind jedoch genau die Spiele, aus denen er einen enormen Mehrwert ziehen kann und lernt, wie man gerade in frustrierenden Momenten die Mannschaft wieder aufrichten kann.
Allerdings kann ich jedem Hansa-Fan nur Eines sagen: Lehnt euch zurück und genießt die Zeit, die uns dieses Ausnahmetalent schenkt und garantiert noch schenken wird. Und vielleicht klappt es ja bald mit seinem ersten Treffer für die Profimannschaft!


