Ein Blick auf Neuzugänge und Abgänge in der Wintertransferphase
Konstantinos Stafylidis
Der 30-jährige Außenverteidiger war in der letzten Spielzeit noch Stammspieler beim VfL Bochum. Abgesehen von verletzungsbedingten Ausfällen war er fester Bestandteil der Startelf. Dass er sich für die Kogge entschieden hat, ist schon etwas Besonderes. Offenbar unterschreibt er bis zum Saisonende und könnte ein wichtiger Faktor im Kampf um den Klassenerhalt sein.
Der 32-fache griechische Nationalspieler spielt am liebsten auf der LV-Position, kann aber auch rechts spielen. Ebenfalls absolvierte er einige Spiele auf der Sechs. Er kann dabei auf viel Erfahrung auf höchstem Niveau zurückblicken. 103 Bundesliga-Spiele für Bayer 04 Leverkusen, den FC Augsburg, die TSG 1899 Hoffenheim und den VfL Bochum. Zudem absolvierte er 5 Premier League-Spiele, eher ihn ein Rippenbruch ausbremste. Seine Qualitäten sind unbestritten.
Stafylidis ist sowohl am als auch gegen den Ball extrem gut. Wie gesagt, im letzten Jahr war er Stammspieler in der Bundesliga. Defensiv bestach er durch sein brillantes Stellungsspiel. Vergleicht man seine statistischen Kennzahlen pro 90min gehört er zu den Top-1% bei angefangenen Bällen und Top-5% bei geblockten Offensivaktionen (Pässe und Schüsse). Auch im Gegenpressing zeigte er seine Qualität. Stafylidis wurde selten überdribbelt. Der Grieche ist auf dem Platz ein aggressiver Malocher.
Den VfL Bochum kennzeichnet direktes Konterspiel, Angriffe werden über lange Bälle und vertikale Pässe in die Tiefe eingeleitet. Dementsprechend risikoreich werden Bälle nach vorne gespielt, was die Statistiken in den Keller drückt. Dennoch ist Stafylidis ein ausgewiesen guter Standardschütze, der hervorragende Flanken schlagen kann und auch aus der zweiten Reihe gefährlich ist. Auch im Aufbauspiel liefert er einen deutlichen Mehrwert. Der 30-jährige Linksfuß ist kein Spieler, der die Linie auf und ab läuft, sondern bietet sich eher proaktiv in Richtung des Zentrums oder im Halbraum an.
Es bleibt natürlich abzuwarten, wie fit er aktuell ist. Offenbar trainierte er zuletzt bei einem Top-Verein in Griechenland. Auch wurde er in der Vergangenheit immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Wir freuen uns über einen Top-Außenverteidiger. Herzlich willkommen!
Marko Johannson
Torhüter-Rochade in der 2.Bundesliga. Während Nils-Jonathan Körber die Kogge gen Fürth verlässt, leiht Hansa den Schweden Johannson vom Hamburger SV aus. Der 25-jährige bleibt bis zum Saisonende und wird wohl die klare Nummer Zwei hinter dem weiterhin gesetzten Markus Kolke.
In Hamburg konnte sich der Schwede mit serbischen Wurzeln nicht durchsetzen. Im letzten halben Jahr war er daher in seine Heimat verliehen. Beim schwedischen Erstligisten Halmstadt BK war absoluter Stammkeeper, verpasste die letzten beiden Partien allerdings rotgesperrt. Zudem wurde er als Stammkeeper des Malmö FF 2020 sowie 2021 schwedischer Meister. Entsprechend sammelte er Erfahrung in der Champions League- und Europa League-Qualifikation.
Insgesamt ist er spannender Torhüter von hoher Qualität. Eigentlich ist er wohl zu gut, um Ersatzkeeper in der 2.Bundesliga zu sein. Mit Ball am Fuß stellt er ein Upgrade zu Kolke und Körber dar. Doch war er in der Vergangenheit immer wieder fehleranfällig. Dass er es dennoch geschafft, seinen Stammplatz zu verteidigen, spricht für ihn. Herzlich willkommen!
Sveinn-Aron Gudjohnsen
Hansa bekommt seinen bulligen Wandstürmer. Bereits in der letzten Woche verpflichtete man Sveinn-Aron Gudjohnsen vom schwedischen Erstligisten IF Elfsborg. In der vergangenen Spielzeit erzielte er sechs Tore und eine Vorlage in 30 Einsätzen für den Vizemeister der Allsvenskan.
Der 25-jährige Isländer ist der Sohn von Eidur Gudjohnsen, seineszeichen die größte Fußball-Ikone seiner Heimat und unter anderem für den FC Barcelona aktiv. In der dortigen Akademie lernte Gudjohnsen Junior das Fußballspielen. Der 20-fache Nationalspieler verließ La Masia allerdings relativ früh und verdiente seine ersten Sporen im Männerfußball in Island. Über die Serie B und die erste dänische Liga verschlugt es den jungen Weltenbummler nach Schweden.
Gudjohnsen ist der Prototyp-Zielspieler. Ihn kann stets per Flanke oder langen Ball suchen. Auch ist er ein hervorragender Fixpunkt, der Gegenspieler auf sich ziehen kann und dementsprechend Räume für seine Mitspieler kreieren kann. Er lässt sich gerne etwas in Richtung Mittelfeld fallen und zieht so die Abwehrreihe des Gegners auseinander. In der Vergangenheit war er wichtiger Bestandteil seiner Mannschaften – auch wenn er nicht der beste Abschlussspieler ist. Ein Stürmer muss nicht unbedingt Tore schießen, solange er seine Mitspieler besser macht. Und dafür ist Gudjohnsen prädestiniert. Zudem ist er ein guter Pressingspieler und gewinnt viele Duelle. Vom Spielertypen ähnelt er in Ansätzen John Verhoek. Es wäre durchaus interessant, ihn in der Doppelspitze mit Junior Brumado zu sehen. Die beiden ergänzen sich eher, als das sie klare Konkurrenten sind. Herzlich willkommen!
Drei Akteure gehen von Bord
Auf der Abgangsseite ist genau so viel passiert wie bei den Zugängen, drei Leute sind von Bord gegangen. Vielen Dank schonmal vorab an alle der Jungs für ihren Einsatz!
Nils Körber
Nach dem Lübeck Spiel lange Zeit von vielen verhöhnt, hatte er gegen Paderborn und Nürnberg endlich wieder Möglichkeiten, sich zu beweisen. Diese Spiele liefen leider insgesamt brutal unglücklich für uns, ihn traf, meiner Meinung nach, bei keinem der Gegentore Schuld und an sich hielt er alles was er konnte. Mitunter diese Spiele bewegten dann vermutlich Fürth dazu, ihn im Winter für kolportierte 150.000 zu verpflichten und ihn angeblich für die nächste Saison als Stammtorwart einzuplanen. Aus meiner Sicht (Niklas) ist es schade, dass er bei uns keine Perspektive gesehen hat, aus seiner Sicht aber mehr als verständlich.
Thomas Meißner
Kam nach dem Aufstieg 2021 aus der ungarischen 1. Liga als auch recht Zweitliga erfahrener Innenverteidiger zu uns, konnte sich aber nie richtig festspielen. Nach insgesamt 34 Pflichtspieleinsätzen für unsere erste und 8 für die zweite verließ er uns diesen Winter nach Nordmazedonien. Festspielen konnte er sich leider nie, weshalb man sich dazu entschied, seinen Vertrag im Winter aufzulösen. Am Ende hat es nicht sein sollen, trotzdem bedanken wir uns bei ihm für seinen Einsatz.
Semih Güler
Für mich die größte Enttäuschung des Wintertransferfensters. Er kam erst im, Sommer, überzeugte in quasi jedem Testspiel, rettete uns in Frankfurt ins Elfmeterschießen und trotzdem bekam er leider nie eine sonderlich große Chance. Sein Vertrag lief am Ende der Saison aus, Perspektive wird er bei uns kaum noch welche gesehen haben und dementsprechend ist es auch verständlich, dass er sich bereits im Winter für den Schritt in die 3. Liga entschieden hat. Von unserer Seite wünschen wir ihm alles gute und gehen fest davon aus, dass man ihn in ein paar Jahren nochmal wieder sieht.

