Perfektes Timing
In der 28. Minute explodierte das Ostseestadion regelrecht. Und einer auf dem Feld konnte es einfach nicht fassen. Felix Ruschke lief in Richtung Block 1 und wusste nicht so recht, wohin mit der geballten Ladung an Emotionen. Sekunden zuvor erzielte der gelernte Linksverteidiger sein erstes Tor für die Profis – und das gleich bei seinem Startelf-Comeback. Und was für eins! Nach einer kurz ausgeführten Ecke flankte Lebeau den Ball mit viel Schnitt und perfektem Timing in den Strafraum, wo das Eigengewächs am höchsten stieg und die Pille mit dem Kopf gekonnt ins Tor hob. Der herausgeeilte Torhüter der Hachinger, Konstantin Heide, konnte da nur noch hinterher schauen. Es war der Brustlöser in der Partie, in welcher die Kogge anschließend einen regelrechten Sturmlauf startete und auch gut und gern sechs oder sieben Buden hätte machen können.
Raus mit Applaus
Ruschke, der vor etwa zwei Jahren in den Profikader befördert wurde, überzeugte überdies mit Ruhe und Übersicht. Der 21-jährige harmonierte dabei herausragend mit dem ebenfalls umtriebigen Lebeau, der das Spiel antrieb und immer wieder mit seiner technischen Finesse für Gefahr sorgte. Der gebürtige Güstrower sorgte für die nötige Stabilität auf dem in den letzten Wochen und Monaten eher schwachen linken Flügel und traute sich zudem häufig in das letzte Angriffsdrittel. Das tat dem Offensivspiel, welches an diesem Abend für Spektakel sorgte, enorm gut. Zu Recht bekam Ruschke bei seiner Auswechslung in der 86. Minute seinen wohlverdienten Applaus von den Rängen.
Konkurrenz für Rossipal und Schumacher
Der für Ruschke in die Partie gekommene Schumacher muss sich derweil in den nächsten Wochen deutlich steigern, soll es weiterhin für die erste Elf reichen. Dasselbe gilt für Rossipal, da der Auftritt unseres ehemaligen Nachwuchsspielers zugleich auch ein Statement gewesen ist, das Hollerbach natürlich nicht entgangen ist. Auf der anderen Seite muss ‚Ruschi‘ nun ebenfalls beweisen, dass der vielversprechende Auftritt gegen Unterhaching keine Ausnahme gewesen ist. Ob Ja oder Nein: So allmählich scheint sich die erste Elf um Haugen, Naderi, Lebeau und Co. herauszukristallisieren. Das Team ist intakt und belohnt sich hoffentlich auch in den nächsten Wochen für ihre Arbeit. Das 4:1 macht auf jeden Fall Lust auf mehr und hat gezeigt, was für eine spielerische Qualität eigentlich in der Mannschaft steckt. Und vielleicht sehen wir dann wieder einen jubelnden Felix Ruschke vor der Kurve.
Wir hätte auf jeden Fall nichts dagegen!


