Der Knoten ist geplatzt
Die Durststrecke war lang, doch das Warten hat sich gelohnt: Gegen den FC Ingolstadt traf Adrien Lebeau endlich wieder nach 26 Spielen ohne eigenes Tor – und legte im Ostderby gegen Aue gleich nach! Mit jeweils einem Tor und Assist brillierte der Techniker und war von Beginn an entscheidend an der Gala-Vorstellung mitbeteiligt. Auch sonst war Lebeau in den letzten beiden Spielen auf dem Feld überall zu finden, lief viel, konnte das Pressing gezielt mit gut temperierten Pässen überspielen und half hinten aus, wenn es mal brenzlig wurde. Spieler mit so viel Kreativität mit dem Ball gab es bei Hansa in jüngerer Vergangenheit selten. Dabei ist es noch nicht so lange her, da ging Lebeau während seiner Auswechslungen mit leicht verbitterter Miene vom Feld und wirkte in seinen Aktionen etwas unglücklich und unzufrieden.
Seine Teamkollegen machen es ihm einfach
Doch aus diesem kleinen Tief scheint er sich mittlerweile mit Bravour herausgearbeitet zu haben. Seine wiedergewonnene Leichtigkeit ist auch das Resultat von insgesamt geschlossenen und souveränen Mannschaftsleistungen, womit sich Hansa in den letzten Spielen so auszeichnen konnte. Seine Mitspieler erahnen seine genialen Schnittstellenpässe ganz genau und wissen mittlerweile, wann der perfekte Zeitpunkt für den finalen Sprint zum Tor gekommen ist (Fröling kann da gerne so weitermachen).
Angesichts der gesteigerten Breite und Qualität im Kader ist es für den 25-Jährigen aktuell aber auch ein Leichtes, sich besser in Szene zu setzen. Und wenn einer nur so vor Spielwitz strotzt, dann überträgt sich das auch auf relativ schnell auf die restliche Mannschaft. Zu verdanken ist diese zurückgewonnene Spielfreude aber auch vor allem Daniel Brinkmann, der dem Franzosen mittlerweile sehr viele Freiheiten auf dem Platz gibt und neben Schuster zu den wichtigsten Schaltzentralen im Team gehört. Das Vertrauen in seine Stärken scheint sich also ausgezahlt zu haben. Die Nummer 14 bei der Kogge profitiert darüber hinaus auch von einer bemerkenswerten Serie ohne sonderlich größere Verletzungen, die ihn normalerweise immer bei seinen vergangenen Vereinen in aller Regelmäßigkeit ausgebremst haben (klopfe dreimal auf Holz, dass es auch so bleibt!).
Geht die Serie weiter?
Gegen die kompakten Aachener werden seine Fähigkeiten wieder mal sehr gefragt sein. Ein weiteres Tor oder ein weiterer Assist könnten ihn und die gesamte Mannschaft noch weiter beflügeln. Und dann? Ja, dann könnte in dieser Saison noch sehr viel möglich sein. Die Marschroute hat der Trainer auf der PK vor dem Spiel gegen Aue auf jeden Fall vorgegeben: „Wir haben jetzt noch zwölf Spiele und wir wollen alle davon gewinnen!“ Die nächste Chance, weiter oben ranzukommen, lässt jedenfalls nicht lange auf sich warten.


